Die Entstehung der Kirche von Zulb
In alten Zeiten war an der Stelle, auf der heute in Zulb Kirche, Schule und Mühle stehen, eine große Wiese. Als der Bauer, dem sie gehörte, einmal im Juli kam um das Gras zu mähen, fand er statt dessen einen großen Fleck frisch gefallenen Schnees vor. Er deutete dies als Zeichen des Himmels und versprach, eine Kirche zu bauen. Allein, das nötige Geld fehlte ihm. Voll Kummer ging der fromme Mann in seinen Weinkeller, um sich bei einem guten Tropfen auszuruhen. Als er jedoch den Heber in das Faß stecken wollte, stieß er auf einen Widerstand. Kurz entschlossen schlug er die oberen Dauben mit der Hacke ein. Wie staunte er, als ihm gediegenes Silber entgegenglitzerte. Der Kirchenbau war gerettet und erhielt, als er fertiggestellt war, den Namen "Maria unter den Weiden".
Quelle: Tielsch-Felzmann, Ilse: Südmährische Sagen, München: Heimatwerk, 1969, S. 66f.





