Der Geldkeller
An einem Ostersonntag ging eine Bäuerin mit ihrem Kinde von Naschetitz nach Pumlitz. Als sie über Felder schritt, läutete es in Znaim zum Hochamte. Stand da am Wege ein Keller plötzlich offen. Als die Bäuerin hineinblickte, sah sie zwei Bottiche mit Gold- und Silbergeld. Sofort ging sie mit ihrem Kinde, das sie eingebunden trug, in den Keller, setzte es auf den Silberbottich und trug mit ihrer Schürze Goldgeld heraus. Da aber verstummten die Glocken. Als die Frau die Schürze wieder geleert hatte und sich umsah, waren Kind und Keller verschwunden. Nun weinte und jammerte und klagte sie, doch es half nichts. Traurig ging sie heimwärts und ließ sogar das Geld liegen. Sie bat den Pfarrer in Naschetitz um Rat, der sie aufforderte, im nächsten Jahr zur selben Zeit wieder zum selben Stelle zu gehen. Es geschah. Als die Glocken wieder zum Gebete riefen, tauchte der Keller wieder aus der Tiefe. Er war offen und auf dem Silberbottich saß noch das Kind und aß einen roten Apfel. Rasch rannte das Weib hinein, nahm ihr Kind und eilte ins Freie. Geld nahm sie keins. Die Glocken verstummten, der Keller versank.
Der Volksmund weiß ferner zu erzählen, dass der Besitz aus dem aufgehobenen Stifte Klosterbruck stammt und von Mönchen eingescharrt wurde. Erst, wenn einst große Not ins Land ziehen wird, dann werde der Keller sich öffnen und die Thayabewohner vor dem Äußersten schützen.
Quelle: http://campus.fortunecity.com/mandela/686/sklepge.htm





